Innensanierung

Rohrinnensanierungen werden an Trinkwassernetzen, Abwassernetzen und Kanälen sowie an Fußbodenheizungen durchgeführt. Während es für Abwassernetze und Kanäle eine Reihe unterschiedlicher Verfahren gibt, hat sich für Trinkwassernetze und Heizschlangen im Lauf der letzten ca. 20 Jahre wesentlich eine Methode als geeignet herauskristallisiert, um dauerhafte Sanierungserfolge zu ermöglichen.

Ohne Mauer- und Erdarbeiten zugängliche Netzabschnitte und Anlagen werden auch im Zuge von Innensanierungen vorzugsweise erneuert.

Generell ist der Bedarf an Rohrinnensanierungen hoch, da oft die finanziellen Mittel zur Vollsanierung fehlen und diese zudem bei bestimmten Gebäudetypen kaum praktikabel ist.

Neben Kanalsanierungen liegt der häufigste Bedarf bei der Innensanierung von Trinkwassernetzen aus verzinktem Stahlrohr und Kupfer. Obwohl in den vergangenen 15 Jahren (nicht zuletzt in Abhängigkeit von der ausführenden Firma) überwiegend gute und sehr gute Sanierungserfolge erzielt wurden steht die Innensanierung von Trinkwassernetzen aufgrund einer fehlenden DVGW-Zulassung und wegen des Beschichtungsmaterials in letzter Zeit in einer emotional und häufig unsachlich geführten Diskussion.

Wir beraten neutral und mit hoher Sachkenntnis zu Innensanierungen, wählen das jeweils optimale Sanierverfahren und bieten von der Erstbegutachtung bis zur Bauabnahme alle Ingenieurdienstleistungen die für das Innensanieren weitläufiger Netze notwendig sind.

Trinkwassernetze aus verzinktem Stahlrohr

Von Fachleuten wird Trinkwassernetzen aus verzinktem Stahlrohr eine mittlere Lebensdauer von 40 bis 50 Jahren zugesprochen, die nur bei materialverträglichen Versorgungswässern deutlich überschritten wird. Je nach Wasserbeschaffenheit (und entsprechend dem ortsspezifischen Schadensbild) müssen Netze erneuert werden weil entweder Lochfraß zunehmende Wasserschäden verursacht oder weil die Zusetzung so stark wird, dass keine angemessene Wasserversorgung und Warmwasserhydraulik (als wesentliche Voraussetzung der Trinkwasserhygiene) mehr gegeben ist.

Beim Alterungsprozess von verzinktem Stahlrohr handelt es sich zumeist um eine „Mischkonstellation“ aus Kalksteinbildung an Abschnitten des Warmwassernetzes, bei denen das Wasser am heißesten ist (also nach den Boilern). Mit zunehmender Entfernung vom Boiler und entsprechend abnehmender Tem­pera­tur steigt der Anteil von Rost an den Inkrustierungen. Er herrscht in den Warmwassersteigsträngen, rückführenden Zirkulationsleitungen und Wohnungsverteilleitungen meistens vor.

Kaltwassernetze sind dem gegenüber häufig mit Rostknollen zugesetzt, unter denen sich zunehmend Lochfraß bildet. Die ersten Wasseraustritte finden sich bei vergleichbaren Netzen deshalb zumeist in den waagrechten Kellerverteilleitungen des Kaltwassers, bevor dann auch Steigstränge und Stichleitungen von Schäden betroffen sind.

Die ursprünglich schützende Schutzschicht aus Zink ist nach spätestens 25 bis 30 Jahren weitgehend aufgebraucht, weshalb der Korrosionsprozess dann immer rascher voranschreitet.

Zum Verständnis hydraulischer Abläufe ist zudem wichtig zu wissen, dass Wasser an Widerständen (also z.B. Rostknollen) starke Wirbel ausprägt, wodurch die Fließgeschwindigkeit stark gemindert wird. Dadurch entstehen andererseits auch kleinräumige „Ruhezonen“ (=Stagnation) für das Wasser an den Rohrwandungen, was die Bildung von Biofilmen begünstigt. Aus diesen Gründen gelten ältere und besonders weitläufige Netze aus verzinktem Stahlrohr hinsichtlich Verkeimung als „Risikoanlagen“. Das Risiko steigt mit dem Grad der Inkrustierungen. 

Besonders wird eine intakte Warmwasserhydraulik dadurch erschwert, dass die Boiler nicht mittig sondern „peripher“ gelegen sind, wodurch lange Versorgungsstrecken entstehen. In solchen Fällen ist es besonders wichtig, Querschnittsverengungen an den Rohren so gering wie möglich zu halten: Das Fließverhalten des Wassers (und damit der Selbstreinigungsprozess des Systems durch Ausspülen von Rostpartikeln) ist sowohl durch die Länge der zu durchlaufenden Versorgungsstecke wie auch durch zunehmendes Inkrustieren der Rohre stark beeinträchtigt. Der immer höhere Fließwiderstand kann auch durch eine stärkere Leistung von Umwälzpumpen nur bedingt überwunden werden.

Deshalb ist es nicht nur mit Blick auf künftige Wasserschäden sondern auch auf Querschnittsverengungen wesentlich, eine effiziente Korrosionsminderung zu betreiben – spätestens sobald die schützende Zinkschicht  verbraucht ist.

Da Phosphatbeigaben an das Wasser bei bestehender Kontamination nicht geeignet sind (Phosphate erhöhen das Nährstoffangebot im Wasser und so die Neigung zur Biofilmbildung), werden heute zur Korrosionsminderung Schutzanoden vor allem aus Magnesium eingesetzt. Das „unedle Metall“ übernimmt hierbei die Funktion der ursprünglichen Zinkschutzschicht. Die eingesetzten Anoden verbrauchen und versiegeln sich und müssen regelmäßig ersetzt werden, um die Wirkung dauerhaft aufrecht zu erhalten.

Mit Blick auf den immensen Aufwand für eine mögliche Erneuerung der Netze sind effiziente Schritte zur Korrosionsminderung jedenfalls als wirtschaftlich anzusehen.

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