Instandsetzen Wasser führender Netze

Spätestens wenn die Versicherung aufgrund gehäufter Wasserschäden kündigt, eine angemessen Versorgung und/oder die dauerhafte Einhaltung von Grenzwerten der Trinkwasserverordnung nicht mehr gewährleistet ist stellt sich die Frage nach Alternativen zur Vollsanierung.

Während Vollsanierungen mit umfangreichen Mauerarbeiten oft alle Wasserführenden Systeme gleichzeitig erneuern, wird beim Instandsetzen nur das am stärksten geschädigte System saniert. Eingesetzt werden hierbei Verfahren, die weitgehend ohne Mauer- und Erdarbeiten auskommen: Rückbauten, Dezentralisieren von Versorgungen, Trennen verschiedener Systeme, unterschiedliche Verfahren zum Spülen, Beschichten, Reinigen und Versiegeln wie das Erneuern zugänglicher Netzabschnitte usw. – häufig in Kombination verschiedener Maßnahmen.

Im Vorfeld umfangreicher Instandhaltungsmaßnahmen sollte deshalb durch Untersuchungen von Heizwasser, Hydraulik, Trinkwasserhygiene, Kellerverteilnetzen, Warmwasserbereitung, Erdung, Potentialausgleichen, Hauswassereingang, Ventile, Abwasserrohre, Druckerhöhungs-, Löschwasseranlagen usw. ein Gesamtprofil aller Wasser führenden Systeme erstellt werden. Wo sich Probleme abzeichnen sind geeignete Präventivmaßnahmen zu ergreifen.

Am Schluss steht somit auch bei der Instandsetzung eine dauerhafte Lösung für die Gesamtheit aller Wasser führenden Installationen.

MIC

Noch wenig bekannt ist, dass bestimmte Mikroorganismen Wasser führenden Installationen und generell Werkstoffe stark angreifen können. Eine Reihe solch „schadensträchtiger“ Mikroorganismen dürfte zudem vermutlich noch unbekannt sein da die Forschung hierzu schwierig ist und noch in den Anfängen steckt.

Der Nachweis von „Biofouling“ oder „MIC“ (microbially influenced corrosion) erfolgt am lebenden Biofilm, erfordert daher hohen Aufwand und wird nur von sehr wenigen Fachlaboren durchgeführt.

Eines allerdings haben diese Mikroorganismen gemeinsam: Dort, wo sie wachsen, verändern sie lokal den pH-Wert (nachgewiesen bisher Veränderungen bis zu pH 2!), das Redoxpotential, die Konzentration an Sauerstoff und gelösten Salzen, genau die Parameter also, welche aus chemischer Sicht für Korrosionen verantwortlich zu machen sind. „MIC“ bewirkt mithin keineswegs „neue“ Korrosionsmechanismen, sondern beeinflusst die chemischen bzw. elektrochemischen Prozesse an Grenzflächen zwischen Wasser und Wasser führenden Systemen. Wie hoch der Anteil von Mikroorganismen an einem bestimmten Schadensprozess ist, lässt sich deshalb oft gar nicht genau bestimmen, da biotische und abiotische Effekte synergetisch ablaufen können.

Wissenschaftliche Untersuchungen gehen aber davon aus, dass MIC insbesondere bei Prozesswässern und mit Nährstoffen angereicherten Wässern an mindestens einem Viertel der Schäden beteiligt ist.

Ursachen von Wasseraustritten

Die Ursachen von Wasseraustritten sind vielfältig. Da zudem häufig mehrere Schadensformen gleichzeitig vorliegen fordert es umfangreiche Kenntnisse, die Ursache(n) der Schäden festzustellen.

Exemplarisch soll dies am sog. „Lochfraß“ (genauer: „Muldenkorrosion“) bei verzinktem Stahlrohr dargestellt werden. Er kann unter anderem verursacht sein u.a. durch

  • in Verzinkung und Stahl schlechte Materialqualität
  • Hanfüberschuss bei der Verarbeitung der Gewinde
  • unzureichende Spülung vor Inbetriebnahme
  • Stagnation des Wassers vor Inbetriebnahme und bei der späteren Nutzung
  • Partikeleintrag aus dem Versorgungsnetz (Fehlen eines Hauswasserfilters)
  • zu große Rohrdimensionierungen
  • geringe Fließgeschwindigkeit des Wassers
  • unsachgerechte Mischinstallationen insbesondere mit Kupfer und Bauteilen aus Kupferlegierungen (auch an Kälte- und Wärmekreisläufen)
  • Falsche Materialübergänge
  • Parameter des Wassers wie Kalk-Kohlensäuregleichgewicht, pH-Wert, Sauerstoffgehalt, Leitfähigkeit, Salz- und Chlorgehalt, Nitratgehalt usw.
  • Betrieb mit zu hohen Temperaturen
  • materialaggressiver Biofilm (sog. „Biofouling“ oder „MIC“: microbially influenced corrosion)
  • überhöhter Reststrom auf den Rohren infolge einer fehlenden oder mangelhaften Objekterdung, fehlender Potentialausgleiche oder korrodierter Kontaktflächen
  • hohe Ladung des Wassers nach Durchfließen nicht leitender Kunststoffleitungen

Neben dem der „Muldenkorrosion“ sind weitere systemische Ursachen für Wasseraustritte u.a.

  • Gewindekorrosion mit Gewindebrüchen, die zu sehr starken Wasseraustritten führen können
  • Spaltkorrosion
  • Korrosion an Schweißnähten
  • Spannungsrisse
  • Defekte Kompensatoren bei hohen Anlagen
  • Defekte an Be- und Entlüftern oder Überlaufventilen
  • Punktkorrosion (häufig an Kupfer- und Edelstahlrohr)
  • Erosionskorrosion (vor allem bei Kupfer verursacht durch zu hohen Wasserdruck oder zu starke Pumpen)
  • Falsches Löten von Kupfer
  • schlecht bzw. mit falschem Bearbeitungswerkzeug verarbeitete Pressverbindungen
  • Zersetzen von Dichtmaterialien (häufig ist hier MIC die Ursache)
  • mechanische Beschädigung und Verspröden von Verbundrohren
  • Rohraußenkorrosion (häufig an Heizwasserrohren als Folge unzureichender Trocknung nach Wasserschäden. Auch infolge undichter Fugen und fehlender Feuchtesperren)
  • Kesselrisse

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