Trinkwasserverordnung

Die im Jahr 2011 in Kraft getretene TWVO wirft zum ersten Mal ein Schlaglicht auf Wasserqualität und Trinkwasserinstallationen auch in Wohnhäusern. Da Trinkwasser unser wichtigstes Lebensmittel ist und die Installationen oft stark vernachlässigt wurden hat die Verordnung prinzipiell ihre Berechtigung.

Andererseits hat sie sich in ihrer jetzigen Form binnen kurzem für viele Eigentümer, Immobilienverwalter und Bewohner zum Ärgernis entwickelt, da sie mit anderen Verordnungen und Festsetzungen in Widerspruch steht und zudem viele praktische Fragen ungeklärt sind.

Der gravierendste Vorwurf ist, dass Eigentümer und Verwalter für etwas haften, worauf sie keinen Einfluss haben: die Bildung von Legionellen hängt nämlich auch ab von der Wassernutzung der Bewohner. Zwar sind in der DIN 1988 Nutzungsbedingungen festgelegt, es fehlt aber die Handhabe sie durchzusetzen.

Unklar ist neben anderen Fragen auch wie zu verfahren ist, wenn Netze dem geforderten Stand der Technik entsprechen und trotzdem anhaltend Legionellen auftreten. Die Umsetzung der Trinkwasserverordnung liegt bei den Bundesländern und den örtlichen Gesundheitsämtern und wird von diesen sehr unterschiedlich gehandhabt.

Wir bemühen uns Eigentümern, Verwaltern und Bewohnern in diesem Dschungel ungeklärter Fragen die bestmögliche Hilfestellung zu geben.

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Hydraulik

Unter Hydraulik wird in der Versorgungstechnik die ausgewogene Temperaturverteilung in einem Kreislauf verstanden. Sie ist Voraussetzung für einen energieeffizienten Betrieb und für eine angemessene Trinkwasserhygiene, die an das Erreichen ausreichend hoher Warmwassertemperaturen im gesamten Netz gebunden ist.

Sowohl in Warmwasser- wie in Heizwasserkreisläufen älterer Gebäude ist die Hydraulik häufig aber nicht mehr intakt, was für einzelne Nutzer eine Unterversorgung zur Folge hat.

Erforderlich ist dann ein sog. „hydraulischer Abgleich“. Er wird wesentlich erzielt durch Messung der Temperaturwerte mit anschließenden Berechnungen zur Leistung der Zirkulationspumpe und zur Neueinstellung der Regelventile. Häufig werden in diesem Zug die alten statischen Ventile durch solche ersetzt, die Temperaturen selbsttätig regulieren (thermische Regulierventile in der Warmwasserzirkulation, Thermostatventile in der Heizung usw).

Soweit die Theorie. In der Praxis findet die Möglichkeit des hydraulischen Abgleichs ihre Grenzen, wo Rohrnetze mit Inkrustierungen verschlossen sind. Das ist insbesondere der Fall bei älteren Fußbodenheizungen, deren Heizschlagen durch Magnetitablagerungen verschlossen sind und bei verzinkten Stahlrohren, die durch Rostknollen und Kalkstein verengt sind.

Ablagerungen machen generell das Fließverhalten des Wassers träge. Es sucht sich seinen Weg vorzugsweise durch Rohre mit glatten Oberflächen und weiten Querschnitten. Da gerade an Anlagen mit vielen Versorgungssträngen diese häufig sehr unterschiedlich verengt sind, ist das Fließverhalten des Wassers entsprechend unterschiedlich ausgeprägt. Wenn das Netz ab Kellerdecke aufwärts insgesamt bereits stark durch Inkrustierungen verengt ist, findet die Zirkulation wesentlich nur noch in der waagrechten Kellerverteilung statt.

In all diesen Fällen schafft auch der Einbau thermischer Regulierventile nur begrenzt Abhilfe. Er muss deshalb einhergehen mit geeigneten Maßnahmen, um die Querschnitte der Warmwasserstränge wieder zu erweitern und dauerhaft frei zu halten.

Betriebs- und Nutzungsbedingungen

Der überwiegende Teil Wasser führender Installationen ist dafür ausgelegt, dass das Wasser in Bewegung gehalten wird und es nicht zu längeren Stagnationsphasen kommt. Ist dies nicht der Fall, sind die Systeme vom Trinkwasser zu trennen.

In der TWVO §17 Abs. 2 heißt es hierzu: (2) Wasserversorgungsanlagen, aus denen Trinkwasser abgegeben wird, dürfen nicht ohne eine den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechende Sicherungseinrichtung mit Wasser führenden Teilen verbunden werden, in denen sich Wasser befindet oder fortgeleitet wird, das nicht für den menschlichen Gebrauch im Sinne des § 3 Nummer 1 bestimmt ist. Der Unternehmer und der sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage nach § 3 Nummer 2 haben die Leitungen unterschiedlicher Versorgungssysteme beim Einbau dauerhaft farblich unterschiedlich zu kennzeichnen oder kennzeichnen zu lassen. Sie haben Entnahmestellen von Wasser, das nicht für den menschlichen Gebrauch nach § 3 Nummer 1 bestimmt ist, bei der Errichtung dauerhaft als solche zu kennzeichnen oder kennzeichnen zu lassen und erforderlichenfalls gegen nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch zu sichern.

So sind Heizwasser, Kält- und Wärmekreisläufe und Prozesswasser durch geeignete Systemtrennungen vom Trinkwasser zu trennen. Für Löschwasser sieht die DIN EN 1717 den sog. „freien Auslauf“ vor.

HAUPTSITZ
WASSERNETZ Bernau a. Ch. | Dr. Claudia Nölting
Aschauer Straße 16a - 83233 Bernau a. Chiemsee | Tel.: 08051 - 9657010

ZWEIGSTELLE
WASSERNETZ München | Dipl.-Ing. Bernhard Bosch
Schwanthalerstr. 100 / II - 80336 München | Tel.: (0)89 552925 - 32