Wasserbehandlung

Der Markt bietet eine Vielzahl von Verfahren zur Wasserbehandlung. Viele Produkte sind allerdings in ihrer Wirkung unzureichend bzw. nicht zuverlässig oder sie haben sogar „unerwünschte Risiken und Nebenwirkungen“.

Im Gegensatz zu Fachingenieuren und Handwerksfirmen, die häufig nur wenige Produkte kennen bzw. verkaufen, verfügen wir durch die fachliche Begleitungen unzähliger Anwendungen mittels Materialprüfungen und Wasseranalysen über umfangreiche Kenntnisse zur gesamten Bandbreite von Wasserbehandlung.

Unsere Beratung ist unabhängig. Zunächst bestimmen wir ob überhaupt die Notwendigkeit einer Wasserbehandlung vorliegt und wenn ja, für welchen Anwendungsbereich. Häufig wird nämlich beispielsweise Kalkschutz angefragt, obwohl Korrosionsschutz zum Netzerhalt wesentlich wichtiger ist.

Bleibt trotz Prüfung von Netztyp, Betriebsbedingungen, Versorgungswassers, Nutzungsverhalten, Kontamination usw. in unserer Produktempfehlung ein Restrisiko unzureichender Wirksamkeit bestehen, was sich auch bei hoher Kenntnis nicht in jedem Fall vermeiden lässt, bieten wir eine fachliche Begleitung der Behandlung an und beraten, wie der Kauf abzuwickeln ist damit bei Bedarf der Kaufpreis zurückerstattet wird.

Die beste Wasserbehandlung ist aus unserer Sicht diejenige, die man nicht braucht. Deshalb ermitteln wir zunächst den tatsächlichen Bedarf bzw. den benötigten Anwendungsbereich und vermeiden Produkte, die eine Gefahr ungewollter Nebenwirkungen bergen. Den Kauf helfen wir so zu gestalten, dass der Hersteller und nicht der Kunde das Risiko einer möglicherweise unzureichenden Wirksamkeit trägt.

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Verfahren zur Wasserbehandlung

Der Markt bietet eine unüberschaubare Zahl von Verfahren und Produkten zur Wasserbehandlung. Sie unterscheiden sich wesentlich in Korrosionsschutz, Kalkschutz, Desinfektion, Filtertechniken und spezielle Techniken für Prozesswässer.

In Wohnimmobilien werden am häufigsten eingesetzt Produkte zum Schutz vor Kalk und Korrosion. Während beim Kalkschutz zwischen einer hohen Zahl von Anbietern gewählt werden kann stehen für einen effektiven Korrosionsschutz nur sehr wenige Möglichkeiten zur Verfügung.

Welche Behandlung sinnvoll gewählt wird, hängt von Notwendigkeiten zur Instandhaltung und von den Erwartungen der Bewohner ab. Während diese aus Gründen des Nutzungskomforts zumeist Kalkschutz anfragen hat zumindest bei Trinkwassernetzen aus verzinktem Stahlrohr aus technischer Sicht der Korrosionsschutz fast immer Priorität.

Um dem Verbraucher einen ersten Leitfaden an die Hand zu geben stellen wir die üblichen Behandlungsverfahren kurz gegenüber mit den Vor- und Nachteile, wie sie sich aus unserer Sicht darstellen.

1. Chemische Enthärtung des Wassers durch Ionentausch (Kalkschutz)

Verfahren: Über Ionentausch werden dem Wasser die Calcium- und Magnesiumionen entzogen und durch NaCl (=Kochsalz) ersetzt. Das so behandelte Wasser enthält keinerlei Calcium und Magnesium und ist deshalb so materialaggressiv, dass es mit unbehandeltem Wasser zu geeignetem Härtegrad (zumeist ca. 8°dH) vermischt wird.

Vorteile: Die Methode arbeitet bei der Kalksteinreduzierung absolut zuverlässig.

Nachteile: Ionentauscher beeinflussen die Qualität des Wassers stark und machen es materialaggressiv. Daher werden sie häufig nur im Warmwasser eingesetzt. An verzinktem Stahlrohr können sie aus Gründen des Korrosionsschutzes nur in Kombination mit Phosphatzusätzen betrieben werden. Ionentauscher sind im laufenden Betrieb teuer und neigen zur Keimbildung.

2. Biophysikalische Wasserbehandlung (Kalkschutz)

Verfahren: Biophysikalische Behandlungsgeräte sind wie Ionentauscher mit Granulaten befüllt und erzeugen über extrem große Reaktionsflächen eine sehr hohe Zahl von sog. „Impfkristallen“. Ihre Wirkmechanismen bilden vereinfacht ausgedrückt ein Mittelding zwischen Ionentauscher und physikalischer Wasserbehandlung.

Vorteile: Zuverlässigkeit und Wirksamkeit sind ähnlich hoch wie beim Ionentauscher, die Qualität des Wassers wird aber nur wenig verändert. Die Geräte eignen sich deshalb auch für den Einsatz im Gesamtwasser.

Nachteile: „Biocat“-Geräte sind derzeit noch patentrechtlich geschützt. Sie benötigen ähnlich viel Platz wie Ionentauscher und haben einen hohen Anschaffungspreis.

3. Physikalische Wasserbehandlung (Kalkschutz, Korrosionsschutz)

Verfahren: Mittels Dauermagneten oder elektrischer Impulse werden „Impfkristalle“ gebildet. Dadurch wird der Kalk mit dem Wasser ausgetragen und die Steinbildung gemindert.

Vorteile: Die Veränderung des Wassers ist wie bei Biophysikalischen Geräten nur gering, der Preis der Geräte deutlich geringer.

Nachteile: Die Wirkung beim Kalkschutz ist auch bei Geräten mit DVGW-Zulassung unzuverlässig. Bei auffallend starker Steinbildung die bereits Rohrleitungen zugesetzt hat, sind physikalische Geräte deshalb nicht geeignet. Korrosionsschutz wird allenfalls durch Dauermagneten erzielt, die bereits ab Inbetriebnahme installiert sind.

Achtung: Beim Kauf sollte sich der Kunde für den Fall einer unzureichenden Wirksamkeit die Rückerstattung des Kaufpreises einräumen lassen.

4. Phosphat- und Silikatbeigaben an das Wasser (Korrosionsschutz, Kalkschutz)

Verfahren: Zur Härtestabilisierung und zum Korrosionsschutz werden dem Wasser Phosphate oder Phosphat-Silkat-Mischungen beigegeben Vorteile: Sowohl beim Kalkschutz wie beim Korrosionsschutz sind mit diesem Verfahren teilsweise gute und sehr gute Erfolge zu erzielen.

Nachteile: Die Wirkung von Dosierungen ist weder beim Kalkschutz noch beim Korrosionsschutz zuverlässig. In unseren Materialprüfungen beobachten wir häufig, dass durch Dosiermittel zwar die Oberflächenkorrosion (Flugrostbildung) verringert wird, die Tiefenkorrosion jedoch nicht. Neben der Veränderung der Wasserqualität ist der gravierendste Nachteil der Dosiermittel jedoch, dass die dem Wasser künstlich Nährstoffe zuführen und damit das Wachstum von Mikroorganismen stark begünstigen.

Achtung: Dosierungen eignen sich ausdrücklich nicht für Anlagen mir vorliegender Kontamination.

5. Opferanoden (Korrosionsschutz, Kalkschutz)

Verfahren: Galvanisches Verfahren mit Schutzanoden aus unedlen Metallen (z.B. Magnesium, Zink, Aluminium) die sich für das zu schützende edlere Metall „opfern“.

Vorteile: Das bereits langjährig bewährte Verfahren erzielt auch an Trinkwassernetzen sehr guten und anhaltenden Korrosionsschutz. Die Wasserqualität wird bei der Wahl eines geeigneten Anodenmaterials nicht beeinträchtigt.

Nachteile: Die Wirkung ist daran gebunden, dass die Anoden ausreichend groß gewählt und regelmäßig getauscht werden. Dies gewährleistet bei Trinkwassernetzen derzeit nur ein einziger Hersteller, der Magnesiumanoden einsetzt. Die vormals häufig eingesetzten Geräte mit Aluminiumanoden sind nur noch für Technikkreisläufe zugelassen. Der Kalkschutz den die Geräte bewerben ist im Vergleich mit dem Korrosionsschutz eher gering. Die laufenden Kosten für den Anodentausch sind vergleichbar mit denen für Dosiermittel.

6. „Wasservitalisierung“ (Kalkschutz, Korrosionsschutz, Biofilme)

Hierbei handelt es sich um eine „homöopathische“ Wasserbehandlung, die Schwingungsmuster auf das Wasser aufspielt und dadurch die „Information“ des Wassers sowie seine Clusterbildung günstig beeinflusst. Obwohl die Wirkweise der Geräte wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist, werden sie in der Praxis mittlerweile bei verschiedensten Problemlagen eingesetzt, einzelne Geräte bis hin zur großindustriellen Anwendung.

Vorteile: „Energetische“ Geräte können sich günstig auf die Trinkwasserqualität auswirken und werden zur Minderung von Kalkstein, Korrosion und Biofilmbildung mit teilweise überraschend guten Erfolgen eingesetzt. Nachteilige Auswirkungen auf Wasser und Installationen sind nicht bekannt. Die Kosten der Geräte liegen zumeist vergleichsweise niedrig.

Nachteile: Der Markt bietet mittlerweile viele Geräte nicht immer seriöser Herstellern. Wie gut die Wirkung im jeweiligen Einzelfall ist, lässt sich ähnlich wie bei physikalischer Wasserbehandlung im Vorfeld kaum abschätzen. Um an größeren Netzen eine gute Wirkung zu erreichen müssen verschiedene Prüfungen erfolgen und Details berücksichtigt werden worauf die Hersteller nicht hinweisen.

Achtung: Beim Kauf sollte sich der Kunde für den Fall einer unzureichenden Wirksamkeit die Rückerstattung des Kaufpreises einräumen lassen.

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